Geothermie Landau

Atempause 24.04.17

Ein Irrtum soll vorgelegen haben, so die Begründung dafür, dass das „Landesamt für Geologie und Bergbau“ sich jetzt von seiner Ankündigung, das GKW – Landau werde schon Ende April wieder den Probetrieb aufnehmen dürfen, verabschieden muss. Die Bergbehörde, deren Vertreter am Gründonnerstag vor dem Umweltausschuss der Stadt Landau eine Lanze für die Geothermie gebrochen haben, hatte sich offensichtlich zu weit aus dem Fenster gelehnt und dabei die gebotene Distanz zum Thema vermissen lassen. Jetzt wurde sie zurückgepfiffen. Das wirft kein gutes Licht auf die Behörde, deren Unabhängigkeit bei vielen Bürgern schon länger in Zweifel steht und deren Auftreten bei zahlreichen Beteiligten den Eindruck erweckte, es eher mit einem Lobby – Verband der Geothermie – Branche zu tun zu haben, denn mit einer zur Unabhängigkeit verpflichteten Fachbehörde

Hinter den Kulissen scheint es zu brodeln. Das bestätigen uns vorliegende Informationen aus zuverlässiger Quelle. Offensichtlich gibt es Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Leiter der Behörde, Prof. Wieber und dem zuständigen Mitarbeiter für das GKW Landau, Dr. Dreher. Immerhin hat jetzt zum ersten Mal seit seiner Amtsübernahme, der für die Bergbehörde zuständige Wirtschaftsminister Dr. Volker Wissing (FDP) sich zur Problematik geäußert, was zur Rücknahme der Ankündigung vom Gründonnerstag geführt hat. Als Ergebnis eines Gesprächs mit dem Landauer OB, Thomas Hirsch (CDU) und der für die Südpfalz im Landtag vertretenen MdL Christine Schneider (CDU), in Mainz, wurde der Termin für ein Wiederanfahren der Anlage in eine unbestimmte Zukunft verlegt.

Wir, die Vertreter der südpfälzischen Bürgerinitiativen aus Landau und Rohrbach / Insheim, begrüßen diesen Schritt auch aus dem Grund, weil sich der OB der Stadt Landau, offensichtlich auf Grund unseres kritischen Hinterfragens seiner Rolle im Zusammenhang mit dem Landauer Pannenkraftwerk in der Öffentlichkeit, endlich zu diesem Schritt, nämlich der Wahrnehmung der Interessen der Landauer Bürgerschaft, entschlossen hat. Unser besonderer Dank gilt Christine Schneider, die schon in der Vergangenheit immer wieder versucht hatte die Landesregierung mittels kleiner Anfragen zu einer Stellungnahme zum „Reizthema Geothermie“ zu bewegen und nach wie vor eine politische Lösung einfordert.

Die Rücknahme des angekündigten Termins für einen Probebetrieb, werten wir allerdings lediglich als Atempause, dazu bestimmt den angeheizten Druck aus dem Kessel zu nehmen. Wir sind uns klar darüber, dass damit das Problem dauerhaft immer noch nicht vom Tisch ist.

Dafür sprechen die nach wie vor ungebremst fortgeführten Bemühungen der „Deutschen Erdwärme GmbH“ (DE) und deren Geschäftsführer Lutz Stahl, im Kreis Germersheim ein Geothermie – Projekt voran bringen zu wollen. Auf Grund der Verweigerung einer Auskunft zu den Hintermännern des Karlsruher 2 Mann Unternehmens „DE“ durch Stahl, gibt es Zweifel an dem verfolgten Ziel. Seriöse Anlageberater warnen schon lange vor mit unseriös hohen Renditeversprechen ausgestatten Geldanlagen auf dem grauen Kapitalmarkt, die zur Finanzierung von Erdwärmekraftwerken dienen sollen. Stahl hat inzwischen Verbindungen zu Investoren, die ihren Sitz auf der Kanalinsel Jersey, einem bekannten „Steuerparadies“ und Heimat zahlreicher „Briefkastenfirmen“, ausweisen, eingeräumt. Ein kürzlich in der ZDF – Reihe „ZDFzoom“ gesendeter Bericht, in dem die Vorgänge um ein geplantes Geothermie – Kraftwerk im bayrischen Kirchweidach thematisiert wurde, hat in der Südpfalz, wo sich ein breiter Widerstand gegen das Projekt durch alle politische Lager zu etablieren beginnt, für Aufmerksamkeit gesorgt.

Offensichtlich gibt es bereits erste Erosionserscheinungen, denn die Informationskampagne der „DE“, die durch die „Deutsche Umwelthilfe“ moderierten Veranstaltungen in der Reihe „Forum Geowärme“, die für Mai terminiert waren, wurden kurzfristig abgesagt.

Wir appellieren an dieser Stelle zum wiederholten Mal an die politisch Verantwortlichen, diesem schon über 10 Jahren andauernden Spuk endlich ein dauerhaftes Ende zu bereiten.

 

Gez.

Werner Müller, 1. Vorsitzender

Thomas Hauptmann, 2. Vorsitzender

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