Geothermie Landau

Die Sachlichkeit 03.04.17

Der von Frau Nicklas reklamierte Anspruch zu einem sachlichen Blick auf die Geothermie beitragen zu wollen, verursacht bei den Bürgern einen schalen Nachgeschmack, versucht sie doch den Eindruck zu erwecken einer unabhängigen Organisation anzugehören, was getrost bezweifelt werden darf. Frau Nicklas arbeitet nach eigenem Bekunden für die „DUH Umweltschutz – Service GmbH“ und erbringt eine bezahlte Leistung. Ein Schelm, der Böses dabei denkt. Als Mutterhaus dieser Gesellschaft zeichnet die „Deutsche Umwelthilfe“, ein Verein der in der öffentlichen Wahrnehmung nicht als Muster an Unabhängigkeit gilt. Der Projektentwickler Lutz Stahl hat aus diesem Grund vermutlich bewusst auf eine Beauftragung der DUH gesetzt.

Die bisher stattgefundenen Veranstaltungen der „Deutschen Erdwärme“, die nach der Auffassung von Teilnehmern einer Werbeveranstaltung nicht unähnlich waren, haben nicht dazu beigetragen Vertrauen zu wecken. Nebulös und fachlich völlig unbeleckt versuchte Herr Stahl Stimmung für das von ihm zu entwickelnde Projekt eines Geothermie – Kraftwerks im Lustadter Wald zu machen. Die Beantwortung vieler drängender Fragen wurde allerdings mit dem Verweis auf das frühe Projektstadium in die ferne Zukunft verlegt. Dazu gehören neben technischen Fragen auch solche, die dazu beitragen sollen den Hintergrund des Projektentwicklers Stahl und der „Deutschen Erdwärme“ transparent werden zu lassen. Dubiose, allerdings in Deutschland legale Gesellschaftsformen wie die häufig zitierte „GmbH und Co KG“ nähren den Verdacht, dass die Risiken für die Investoren auf Kosten der Steuerzahler minimiert werden sollen. Das hat Kritiker auf den Plan gerufen, die jetzt offensichtlich beruhigt werden müssen. In der letzten Zeit häufen sich Meldungen, dass Unternehmen mit horrenden Renditeversprechen aus Geothermie – Projekten Kasse zu machen versuchen und Gelder bei Anlegern einsammeln. Gerade angesichts dieser Praxis ist die Verweigerung von Antworten zum geschäftlichen Hintergrund der DE sehr kontraproduktiv. Immerhin taucht im Zusammenhang mit dieser Firma eine Adresse in Jersey auf, das sich als Steueroase einen Namen gemacht hat. Vertrauen schaffen sieht anders aus.

Ein von Stahl gerne gepflegter Brauch ist die Kollegenschelde, was in der Branche nicht unüblich ist, dumm nur, dass es sich bei den angeblich „unabhängigen Fachleuten“ die Stahl präsentiert, um altbekannte Gesichter handelt, allesamt mit der Geothermie – Lobby eng verknüpft. Frau Nicklas will angeblich aus Stahl und seinen Fachleuten herauslocken was diese anders machen wollen. Das ist eine Diskussion um des Kaisers Bart, denn die Probleme und die Fragen zu der zweifelhaften Sinnhaftigkeit solcher Projekte sind hinreichend bekannt. Stahl kann die Physik nicht neu erfinden, ergo versucht er eine Scheinsicherheit zu suggerieren, wobei er allerdings unterschlägt, dass es sich bei jedem Projekt um quasi ein Unikat handelt, dem spezifische Risiken innewohnen. In diesem Zusammenhang muss auch darüber gesprochen werden, dass ein direkter Bedarf nicht besteht und die Infrastruktur für eine Wärmeversorgung oder eine Stromeinspeisung mit Anschluss an ein Netzt erst geschaffen werden muss. Selbstverständlich auf Kosten der chronisch klammen Kommunen, denen die Gründung eines Zweckverbands ans Herz gelegt wird.

Unredlich ist es die Gegner solcher Projekte als verängstigte Bürger und Politiker abstempeln zu wollen. Der Kreis der Geothermie – Gegner umfasst ein großes Potential an Fachwissen. Zu diesem Kreis gehören Physiker, Ingenieure und Techniker genauso, wie Anwälte, Handwerker, Landwirte und alle möglichen anderen gesellschaftlichen Gruppen, ein breiter Querschnitt durch die Bevölkerung also, die alle vereint, Schaden vom Gemeinwesen und ihrem hart erarbeitetem Eigentum abwenden zu wollen. Auch im Kreis der Politiker finden diese „verängstigten Bürger“ zusehends mehr Gehör.

Die „Sachlichkeit“, die Frau Nicklas herzustellen gedenkt, ist die „Sachlichkeit“ des Auftraggebers Stahl und seiner im Dunkeln agierenden Hintermänner. Deren Intentionen bleiben offen und werden ausgeklammert! Wie soll da Sachlichkeit, geschweige denn Vertrauen entstehen?

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