Geothermie Landau

Endzeitstimmung 19.08.15

Dieser Sommer wird vielen Menschen in besonderer Erinnerung bleiben. Die Gründe dafür sind bestimmt sehr unterschiedlich. Alle werden sicherlich die große Hitze und die damit verbundene Trockenheit in Erinnerung behalten, die Deutschland buchstäblich den Atem raubte und die Natur extrem belastete.

 Darunter gelitten hat auch das Landauer „Mega-Event“, die Landesgartenschau 2015, wo Blütenpracht und Mensch bis an die Grenzen der Belastbarkeit gefordert waren. Nicht bewusst war den meisten Besuchern der Veranstaltung, dass sie sich regelrecht am Rande eines Pulverfasses bewegten, denn sowohl die Veranstalter, als auch die Verantwortlichen der Stadt und die Fachbehörde SGD-Süd haben es zugelassen, dass im Störfallbetrieb Geothermie-Kraftwerk Landau, 18t leichtentzündliches Iso-Pentan in der Anlage unter erhöhtem Druck vorhanden war. Bei der kleinsten Leckage hätte es zu einer Katastrophe von erheblichem Ausmaß kommen können. Obwohl wir ständig darauf hingewiesen haben, dass die Zufahrt für die Rettungskräfte durch die laufende Veranstaltung und die daraus resultierenden Behinderungen zu dem Gelände extrem erschwert ist, haben die Verantwortlichen der Stadt den Kopf in den Sand gesteckt und nichts dafür getan, dass sich an dem Zustand etwas ändert. Die Fachbehörde SGD-Süd kündigte in einem „Zwischenbericht“ betitelten Schreiben an die BI Geothermie Landau-Südpfalz eine Prüfung der Verhältnisse zwar an und informierte nach eigenen Angaben zu folge die zuständigen Stellen der Stadt über unsere Bedenken, blieb eine angekündigte abschließende Stellungnahme bisher allerdings schuldig. Auch die Frage, in wie weit das auf dem Gartenschaugelände arbeitende Personal über die Gefährdungen informiert worden ist und ob diese eine Schulung für den Ernstfall erhalten haben, ist weiterhin ungeklärt. Eine bodenlose Unverschämtheit stellt die Tatsache dar, dass die Besucher der Gartenschau, die sich eine Fahrt mit dem Bähnchen über das Gelände gönnen, mit offensichtlichen Unwahrheiten zum Thema „Geothermie-Kraftwerk“ per Ansage konfrontiert werden, so als sei nichts gewesen. In wie weit diese Art der „Information“ von den Veranstaltern, die ja eng mit den politisch Verantwortlichen für das Katastrophenwerk verquickt sind, gewollt ist, bleibt zwar fraglich, ein Indiz für die Unfähigkeit und die Gleichgültigkeit der städtischen Verantwortlichen ist dies aber schon. 

Gönnt man sich auch noch das Vergnügen einer Fahrt mit dem Riesenrad, kann man eine Aussicht der ganz besonderen Art genießen. Das Symbol des Versagens der Rheinland-Pfälzischen Energiepolitik im Zeichen der Energiewende, das abgestellte GKW, liegt dem Betrachter direkt zu Füßen und verströmt den morbiden Charme einer Industrieruine. Endzeitstimmung macht sich breit. In südwestlicher Richtung grüßt der „Schiefe Turm“ von Landau, der nach Aussage des zukünftigen Oberbürgermeisters Hirsch (CDU), der als stellvertretender Vorsitzender dem Aufsichtsrat der ESW angehört die den Turm erstellte, die Bruchzonen im Untergrund des  

Oberrheingrabens symbolisieren soll.Dieser Turm stellt für uns ein Mahnmal dafür dar, dass Unverstand, Habgier und vorauseilender Gehorsam keine guten Berater sind, wenn es um die Zukunft der Landauer Bürger und deren Sicherheit geht. Die Probleme mit der Anlage sind nach wie vor virulent und weiterhin ungelöst. Eine Schadensregulierung ist nach wie vor nicht in Sicht. Die Verantwortlichen für das Desaster schweigen nach wie vor und stecken, wie bereits oben erwähnt, den Kopf in den Sand. Auch Hirsch, eigentlich dem Wohl der Bürger verpflichtet, der Daldrup und seine „Fachleute“ anschleppte, verweigert sich standhaft, wenn es um die Zukunft des GKW geht.

 

 Aus diesem Grund haben wir, die BI Geothermie Landau-Südpfalz e.V., am Jahrestag des ersten signifikanten Erdbebens, das durch ein Tiefen-Geothermie-Kraftwerk ausgelöst wurde, dem 15.08.2009, eine Veranstaltung in Form einer Kranzniederlegung am „Schiefen Turm“ durchgeführt, die über die Landesgrenzen hinaus Beachtung fand. Wir wollen mit solchen Aktionen die Diskussion in den Köpfen der Bürger lebendig halten, denn neben dem materiellen Schaden Einzelner sollte man auch nicht den volkswirtschaftlichen Schaden für die Allgemeinheit außer Acht lassen. 

Wir bereiten uns auf einen heißen Herbst vor, denn nach der Landesgartenschau steht zu befürchten, dass die selbsternannten Heilsbringer vom Schlage eines Josef Daldrup und deren politischen Handlanger versuchen werden, das Landauer Schrottkraftwerk wieder ans Netz zu bringen. Wir sind gespannt, wie es mit unserer Anzeige gegen die Verantwortlichen der geo-x und der BESTEC weitergeht und werden es nicht unterlassen, die Landauer Politiker an ihrem Anspruch abzuholen, alles dafür tun zu wollen, dass die Anlage im Süden Landaus nicht mehr in Betrieb geht.

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