Geothermie Landau

Fehlentwicklung 14.04.15

Lesen Sie dazu den Artikel in den „Stuttgarter Zeitung“

http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.landau-gartenschau-mit-verspaetung.42548624-99b4-4b85-85be-6879fc7b6f70.html

Das Vorstandsmitglied des „Bundesverbands Bürgerinitiativen Tiefe Geothermie e.V.“, Fr. Marion DeMille, hat sich Gedanken gemacht, in wie weit Landau symptomatisch für die momentane Entwicklung ist.

Sogar bis Stuttgart ist das Dilemma des Landauer Desasters gedrungen und wieder einmal beweist dies folgendes:

(…)„Die Stadt drang im vorigen Jahr auf einen Ausstieg aus der Geothermie – mit einer Resolution des 44-köpfigen Stadtrats. Die Landesregierung und das federführende Landesamt für Geologie und Bergbau als Fachbehörde will die Anlage aber nicht aufgeben. Die Stadt halte dennoch an der Resolution vom April vorigen Jahres fest, sagte jetzt der Sprecher des Oberbürgermeisters Schlimmer.“(…)

Wenn es hart auf hart kommt, stehen die Interessenvertreter pro Geothermie der Bürgerschaft, ja sogar den Stadträten kompromisslos gegenüber. Ob in Rheinland-Pfalz oder Baden-Württemberg, diese Farce kann sich in beiden Ländern abspielen und zeigt eindeutig, wer sich auf die Geothermie einlässt, bindet sich, verpflichtet sich und hat keine Chance mehr zu einem Rückzug, egal was passiert.

Hier steht eindeutig die Frage im Raum, warum soll sich eine Gemeinde oder eine Stadt das antun, ein Grundstück zu verpachten oder noch schlechter, zu verkaufen, wenn niemand abschätzen kann was daraus zukünftig entsteht? Sicher ist lediglich eins, wir alle zahlen mit Subventionen, Fördergeldern und EEG für die Errichtung der Geothermie-Anlage und wir zahlen mit öffentlichen Mitteln in Form einer sehr hohen Einspeisevergütung für den Strom, den die Anlage ins Netz speist und von dem sie einen großen Teil für die Eigenversorgung selbst braucht. Diesen Betriebsstrom erhält der Betreiber allerdings zu vergünstigten Konditionen. Eine bequeme und risikofreie Art der Gewinnoptimierung auf Kosten der Verbraucher, die natürlich auch Steuerzahler sind.

Unsere freien Plätze zwischen den Gemeinden werden in Claims vom Bergamt abgesteckt und freigiebig vergeben. Die vertragliche Bindung besteht für eine lange Dauer von bis zu

30 Jahren, ein Zeitraum der kaum überschaubar ist, der Generationen überdauert, ein Zeitraum in dem Firmen insolvent gehen können, in der Besitzer wechseln oder gar ein Konsortium eingreift und übernimmt. Darüber hinaus werden durch Anschlussverpflichtungen für Bauherren neue Kartelle geschaffen und die Betroffenen so von den Vorteilen der freien Wahl des Versorgers abgekoppelt. Was es an Langzeitproblemen gibt, ist noch gar nicht abzusehen, selbst Neubauten kommen irgendwann in die Jahre und dann fängt das Spiel der Beweislast(-umkehr) und der Gutachten an. Alles Dinge, die niemand auf sich nehmen müsste, wenn die Politik verantwortungsvoll an einer vernünftigen Lösung arbeiten würde, die noch bezahlbar ist und die Bürger nicht über die nächsten 20-25 Jahre mit dem höchsten EEG belastet für eine Form der Energiegewinnung mit der geringsten Energieausbeute.

Die Beteuerungen der Geothermie-Lobby eine sichere „Tiefe-Geothermie“ sei möglich, man müsse nur allgemeingültige Regeln festschreiben, ist pure Augenwischerei. Die sicherste Geothermie ist keine Geothermie. Keine Bank würde einem Kunden einen Kredit geben ohne vollständige Absicherung, nur auf der Basis von positiven, wortreichen Versicherung eines Antragstellers ohne Beweiskraft. Den Bürger aber mutet man das ohne weiteres zu und wundert sich, dass die Gutgläubigkeit ihre Grenzen hat.

 

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