Geothermie Landau

Geheimniskrämerei 09.02.17

Mit Besorgnis nehmen wir die Entwicklung auf dem Gelände des Geothermie – Kraftwerks im Landauer Süden zur Kenntnis und sind empört über die Art und Weise wie der OB der Stadt Landau, in seiner Funktion als stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender des Energieversorgers „Energie Südwest“ (ESW) immer noch mit der Betreibergesellschaft „geo-x“ eng verbunden, mit dem Thema umgeht.

Schon vor mehreren Wochen sichteten Mitglieder der Landauer Bürgerinitiative einen blauen Container in der Nähe der Bohrlöcher, der mit einem Zaun vom übrigen Kraftwerksgelände separiert worden war. Eine Kennzeichnung war, und ist immer noch nicht, zu erkennen. Eine Anfrage im Rahmen des werbewirksamen Internetchats von OB Hirsch im vergangenen Jahr durch ein BI – Mitglied wurde, mit fadenscheinigen Argumenten, abgewimmelt. Erst eine Anfrage des 1. Vorsitzenden der BI, Werner Müller, bei der SGD – Süd in Neustadt brachte Aufklärung. Der Betreiber würde dort radioaktive Rückstände aus den Filtern des „Tiefenwasser – Kreislaufs“ lagern, ein Sonderbetriebsplan für die Lagerung und Entsorgung sei durch diesen beim zuständigen Bergamt vorgelegt worden, die Genehmigung sei beantragt.

Das lässt aufhorchen, machte doch das benachbarte GKW in Insheim vor einiger Zeit Schlagzeilen, weil dort auf einem außerhalb des Kraftwerksgeländes befindlichen Platz, vermutlich ohne Genehmigung der Behörden, radioaktiv kontaminierte Rohre und Anlagenteile ungeschützt herumlagen. Die BI erstattete Strafanzeige gegen den damaligen Geschäftsführer der „Pfalzwerke Geofuture GmbH“, dem inzwischen ausgetauschten Dr. Lerch. Der Platz wurde zwischenzeitlich aufgelassen, das Material auf das GKW – Gelände zurückgebracht. Erst nach diesem Vorgang beantragte die Betreiberin einen Sonderbetriebsplan als Ergänzung des immer noch nicht abschließend genehmigten Hauptbetriebsplans für den Kraftwerksbetrieb. Der Stand des Verfahrens ist noch offen, die staatsanwaltlichen Ermittlungen sollen immer noch nicht abgeschlossen sein.

Auf eine entsprechende Anfrage bei der Bürgerfragestunde vor der letzten Stadtratssitzung zum Container in Landau durch Werner Müller reagierte OB Hirsch verschnupft, musste aber eingestehen, über den Sachverhalt informiert gewesen zu sein.

Einer Meldung des SWR am 06.02.2017 zu Folge, soll der „schwach radioaktive Müll“, bestehend aus verstrahlten Rohren, Anlagenteilen und Kleidung, in den kommenden Wochen entsorgt werden. Bis vor kurzem sei das Material in einer Garage auf dem Gelände gelagert worden. Vermutlich handelt es sich dabei um die Pumpenhalle für die Injektionspumpen.

Der schlampige Umgang mit dem als Sondermüll zu behandeltem Material ist ein weiteres Indiz für die wahrscheinliche Unfähigkeit des Betreibers zur sach- und fachgerechten Führung eines eingetragenen Störfallbetriebs.

Der Bau der Heizungsanlage durch die ESW in unmittelbarer Nachbarschaft des seit fast drei Jahren stillgelegten Kraftwerks lässt befürchten, dass nach wie vor die Wiederinbetriebnahme durch den Betreiber angestrebt wird und die Verantwortlichen bei der Stadt Landau, allen voran OB Hirsch, nicht gewillt sind irgendetwas dagegen zu tun, sondern dies sogar unterstützen.

Die BI Geothermie Landau – Südpfalz e. V. missbilligt das Verhalten von OB Hirsch und verlangt von den politisch Verantwortlichen endlich eine Entscheidung zur endgültigen Stilllegung des Geothermie – Kraftwerks, das auch die Vermarktung der Immobilien auf dem ehemaligen Landesgartenschau – Gelände, wie aus gut informierten Kreisen zu hören ist, massiv behindert.

 

Gez. Thomas Hauptmann                                           2. Vorsitzender BI Geothermie Landau – Südpfalz e. V.

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