Geothermie Landau

GEMEINSAME PRESSEERKLÄRUNG 26.08.13

Wenn alles so heile Welt ist,

warum musste die Leistung des Kraftwerkes Landau auf unter 50 % zurückgefahren werden?

Warum wurde das Kraftwerk in den letzten Jahren mehrfach  bis zu 5 Monate stillgelegt?

Weshalb wollte die Energie Südwest die hohen finanziellen Lasten nicht mehr mittragen und ursprünglich ganz aus dem Geothermie Kraftwerk aussteigen?

Warum begründete die EnergieSüdwest ihren Ausstieg mit der Ungewissheit über den Erfolg der 3. Bohrung – hier wird als Negativ-Beispiel Insheim angeführt-und den sicheren, wirtschaftlichen Betrieb, ohne Gefährdung des Eigentums der Bürger, infrage stellt.

Warum wollte der örtliche Energieversorger ESW seinen Kunden die Gefahren und Risiken des GKW nicht mehr zumuten?

Wie so benötigt man jetzt noch die 3. Bohrung für über 10 Mio. Euro?

 

Die Fakten sprechen leider eine ganz andere Sprache:

Seit  2008 wurden in Landau  51 sogenannte induzierte, d.h. vom Geothermiekraftwerk  ausgelöste Erdbeben unterschiedlicher Stärke gemessen und vom Landesamt für Geologie und Bergbau in Mainz veröffentlicht. Nachweislich sind bei den Beben seit dem Jahre 2009 bis heute Gebäudeschäden entstanden. Keines der aufgezeichneten Beben hatte eine tektonischen Ursache.

Bisher sind in Deutschland 3 Tiefe Geothermiekraftwerke mit dem Schwerpunkt Stromerzeugung in Betrieb. Alle bereiten große Probleme.

Ein Tiefe Geothermieprojekt in der Nähe von St. Gallen in der Schweiz verursachte mehrere Erdbeben bis zur Stärke von 3,6. Die  Bohranlage stand kurz vor einer Explosionskatastrophe, die auch Menschen in Lebensgefahr gebracht hätte.  Die Bohrung wurde gestoppt.

Die Fa. Daldrup hat keine Erfahrungen mit Tiefe Geothermie-Kraftwerken  im tektonisch kritischen Oberrheingraben.

Lt. Süddeutscher Zeitung steht das Geothermie-Projekt der Gemeinden Grasbrunn, Vaterstetten und Zorneding (Bayern) auf der Kippe, weil die Daldrup-Gruppe die geforderte Versicherung  für das hohe Ausfallrisiko nicht beibringen kann.

Teile der Orte Staufen im Breisgau (www.wir-halten-staufen-zusammen.de/index.html)  und des elsässischen Lochwiller (s. Rheinpfalz v.3.8.) drohen aufgrund von Erdhebungen, ausgelöst durch Geothermie-Bohrungen, zu zerfallen. In Staufen musste das erste Gebäude abgerissen werden. Für die Menschen in diesen Orten sind dies nicht vorstellbare Tragödien. Richtig ist, dass es sich nicht um Tiefe Geothermieprojekte handelt, zeigen aber trotzdem die Unwägbarkeiten und den offensichtlich nicht vorhandenen Sachverstand bei sogenannten Experten und dies bei Bohrungen bis zu einer Tiefe von 100 m.

Der selbsternannte Heilsbringer, Herr Daldrup, hat sich schlecht möglichst in unserer Region eingeführt. Die getätigten Äußerungen zeigen ein hohes Maß an Ignoranz. Die berechtigten Bedenken, Ängste der Menschen werden missachtet.  An der viel beschworenen Kompetenz der handelnden Personen muss aufgrund der Ausführungen auch in Zukunft gezweifelt werden, die Glaubwürdigkeit ist jetzt schon futsch.

Für die Landauer und die Bewohner der angrenzenden Orte sind dies leider keine guten Nachrichten.

Sie müssen sich auf eine verstärkte Erdbebentätigkeit im Winterhalbjahr, auf die noch nicht überschaubaren Gefahren und Risiken des  Geothermie-Kraftwerk-Betriebes sowie auf einen Investor einstellen, den die Belange, Ängste und Sorgen der Menschen nicht interessieren.

Interessant wäre es  zu erfahren, mit wie viel Steuermillionen der Einstieg von Daldrup gepampert wurde und ob die Pfalzwerke als Stromversorger auch die Interessen ihrer Kunden im Blick hat.

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