Geothermie Landau

Quo vadis 08.01.15

Das Jahr ist noch jung und schon kurz nach dem Jahreswechsel steht das Thema Tiefe Geothermie im Oberrheingraben wieder auf der Agenda der Betroffenen in der Nachbarschaft zu bereits existierenden oder erst projektierten Anlagen des selbsternannten „Klimaretters“ aus der westfälischen Provinz, Josef Daldrup.

Daldrup kann als Musterbeispiel für die Richtigkeit des Vorurteils herhalten, Westfalen seien Sturköpfe, orientiert sich doch sein Handeln offensichtlich ausschließlich an seiner ureigenen Sicht der Dinge, unter besonderer Berücksichtigung der eigenen Gewinnoptimierung ohne eigenes Risiko. Es wäre müßig weiter darauf einzugehen, bestünde nicht die Gefahr, dass die politisch Verantwortlichen sich willig vor den Karren von Herrn Daldrup spannen lassen würden, um damit ihre kruden Vorstellungen, die zu einer verpatzten Energiewende auf Kosten der Bürger geführt haben, zu legitimieren.

In Landau versucht Daldrup offensichtlich Druck aufzubauen. Seine vollmundigen Ankündigungen, das marode, seit 9Monaten abgestellte GKW schnell wieder in Betrieb nehmen zu wollen, entpuppten sich bisher als „leere Versprechungen“. Jetzt sollen wohl Fakten geschaffen werden, denn schon in der ersten Januarwoche ließ Daldrup ein Bohrgerät auf das GKW-Gelände expedieren, ohne allerdings im Besitz einer Bohrerlaubnis für die angeordnete 500m Erkundungsbohrung zu sein, wie das Bergamt des Landes Rheinland-Pfalz der örtlichen Presse auf Anfrage bestätigte. Ist diese Handeln als Drohgebärde zu verstehen, oder hat Daldrup seinen Investoren gegenüber einen, selbst verursachten, Erklärungsnotstand und macht nun „Aktion“ um seine Ankündigung nicht als „dreschen leeren Strohs“ vorgeworfen zu bekommen? Man kann nur spekulieren.

Die Haltung der Landauer Stadtspitze, die sich in letzter Zeit auffällig bedeckt hielt, wenn es um das stillgelegte Kraftwerk am Rande der Landesgartenschau 2015 geht, gegenüber der Zukunft des Kraftwerks, bleibt weiterhin nebulös. Auch die zuständige Ministerin, Fr. Eveline Lemke (Grüne), äußert sich nach wie vor nicht zu dem für sie unbequemen Thema. Alles in allem eine Zumutung für die Landauer Bürgerschaft und vor allem für die Geschädigten aus der Vergangenheit. Daldrups Versuch Geschädigte, allen voran den ersten Vorsitzenden der BI-Geothermie Landau/Südpfalz Werner Müller, zu diffamieren in dem er angeblich abschließende Gutachten präsentierte, kann man getrost als gescheitert betrachten. Wir empfehlen den interessierten Lesern sich zu diesem Punkt auf unserer Homepage www.geothermie-landau.de zu informieren.

Ungeachtet der Aktivitäten der Betreiber zur Wiederinbetriebnahme der Anlage, schaffen potentielle Kunden offensichtlich Fakten. In einer Art Befreiungsschlag nutze die MVV-Mannheim, die in der Cité Dagobert, einem dem GKW benachbarten Wohngebiet, ein Nahwärmenetz betreibt, vermutlich die Chance eines notwendigen Umbaus der Leitungen wegen Neubauaktivitäten, sich von einer Versorgungsmöglichkeit durch das GKW abzukoppeln. In der Vergangenheit wurde dieses Wärmenetz nachrangig durch den Hauptabnehmer von Erdwärme, der ESW, seit 2009 angeblich mit Wärme versorgt. Nach Aussage der ESW konnte im Winter(!) regelmäßig keine Wärmeauskopplung erfolgen, weil die Kapazität der Landauer Anlage dafür nicht ausreichte.

Die MVV teilte ihren Kunden, die mit langjährigen Verträgen an das Mannheimer Energieversorgungsunternehmen gebunden sind, mittels Anzeige in der Tagespresse mit, dass die Energieversorgung, wie übrigens bereits in der Vergangenheit, „bis auf weiteres“ mittels einer Ölheizung erfolgen werde. Alles sehr ökologisch und schlicht ein Schlag ins Gesicht der Kunden, die evtl. Fördermittel für ökoeffiziente Beheizung ihrer Immobilien bezogen haben. Immerhin lässt die Zuverlässigkeit dieser Anlage sehr zu wünschen übrig. Abgesehen von den Ereignissen in der Vergangenheit, wo es zu einem mehrtägigen Wärmeausfall im November 2009 kam weil der Öl-Kessel nicht betankt worden war, kam es in diesem Winter bereits zu drei Ausfällen, ohne dabei die wegen des Umbaus bedingten Ausfälle zu berücksichtigen. Auch hier empfehlen wir die Lektüre unserer Veröffentlichungen zu diesem Thema auf unserer Homepage.

 

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