Geothermie Landau

„Sicherer“ Betrieb beim Landauer Geothermie-Kraftwerk? 11.08.14

BI-Geothermie Landau/Südpfalz                                                                           Landau, den 09.08.2014

Sehr geehrte Frau Schilling,

es freut uns natürlich, wenn Sie unseren Mut, auch unbequeme Themen im Zusammenhang mit den Ereignissen rund um den Betrieb der umstrittenen Geothermie-Anlage anzusprechen, wobei wir auch nicht davor zurückschrecken Darstellungen von in Landau offenbar als unangreifbar geltenden Einrichtungen anzuzweifeln, als Preiswürdig erachten. Was uns etwas irritiert ist die Formulierung „Unterstellen“, denn wir unterstellen nicht, wir stellen Fragen und weisen auf sachliche Widersprüche hin, auf die wir bis jetzt keine befriedigende Antwort erhalten haben.

Wir haben uns die Mühe gemacht und alle verfügbaren Unterlagen, die sich mit sicherheitsrelevanten Themen rund um den Betrieb der Anlage auseinandersetzen, gesichtet und sind auf erschreckende Sachverhalte gestoßen, die unser Vertrauen in die Sorgfalt, vor allem in die der Handelnden der alten geo-x, aber auch in die verschiedener städtischer Stellen, erschütterten. Bei der Lektüre des umfangreichen, wenn auch in vielen Teilen unvollständigen, Materials fallen zwei Faktoren besonders ins Auge, die scheinbar völlige fachliche Inkompetenz der Mitarbeiter der alten geo-x und des Betreibers des ORC-Kreislaufs, der Fa. Bestec, was sogar durch Äußerungen von Geothermie-Fachkollegen in offenen Briefen an die Landesregierung bestätigt wird und die Überforderung der städtischen Stellen, die für die Genehmigung des oberirdischen Betriebs verantwortlich zeichneten. Wir verweisen in diesem Zusammenhang auf ein Schreiben von Hr. Dr. Lotz (Geo-Energy), in dem dieser mit dem Argument gravierender handwerklicher Mängel durch die Vorbetreiber der Landauer Anlage, den Austritt aus dem Geothermie-Forum begründet und Auslassungen aus dem Mutterhaus der neuen Mitgesellschafterin der geo-x, der Fa. Daldrup, die auch in die Öffentlichkeit gelangten. Den städtischen Stellen gebührt zumindest die Ehre, nach der Inbetriebnahme der Anlage im Jahr 2007, auf das Fehlen wichtiger, sicherheitsrelevanter Einrichtungen und Dokumente, aufmerksam gemacht zu haben, was nichts an der Tatsache ändert, dass die Anlage ohne ausreichende Überwachung und ohne den für die Feuerwehr wichtigen Gefahrenabwehrplan bis zum Anfang des Jahres 2009 betrieben wurde. Wir befürchten, dass die unrühmliche Geschichte um das Thema „Sicherheit“ bis heute fortgeschrieben werden kann. In diesem Zusammenhang kann man es als Schritt in die richtige Richtung werten, wenn die neue Betreiberin den Vertrag zum Betrieb des ORC-Kreislaufs der „Bestec“ kündigte.

Ohne die Kompetenz und die Verdienste der Landauer Feuerwehr anzweifeln zu wollen, darf allerdings die berechtigte Frage gestellt werden, ob eine „Freiwillige Feuerwehr“ fachlich überhaupt in der Lage ist, bei einem Störfall, wir reden ja von einem Störfallbetrieb, angemessen zu reagieren. Im Rahmen der Bombenentschärfungen im vergangenen Jahr, wurde der gefährliche Teil des Geothermie-Kraftwerks, allerdings erst nach massiver Intervention durch die BI, auf eine Art und Weise gesichert, die man nur mit dem Begriff Dilettantismus treffend umschreiben kann. Was man davon halten soll, Strohballen im Ex-Bereich einer Anlage mit hochentzündlichem Material in einem kritischen Zustand (Druck, Temperatur) auszulegen, wird das Geheimnis der Landauer Feuerwehr bleiben. Trotz aller Schönrednerei in der Öffentlichkeit, löste die Maßnahme sowohl bei den Fachbehörden, wie auch bei Politikern ungläubiges Staunen und Kopfschütteln aus.

Vor dem Hintergrund des oben gesagten werden Sie, so hoffen wir, verstehen, dass wir skeptisch sind, wenn widersprüchliche Aussagen im Raum stehen.

Doch kommen wir zurück zum Thema „Unterstellen“. Eine Unterstellung wäre es, wenn wir behaupten würden, dass beim Chef der Landauer Feuerwehr persönliche Interessen mit im Spiel wären, den Ball flach zu halten. Immerhin taucht der Name der Firma Hargesheimer im Zusammenhang mit Security-Leistungen seines Unternehmens, im Gefahrenabwehrplan der geo-x auf. Das unterstellen wir natürlich nicht, sondern stellen lieber die Frage, ob Hr. Hargesheimer immer noch geschäftliche Verbindungen zur neuen geo-x pflegt. Wir erinnern uns, dass 50% der Anteile an der alten geo-x von der, teilweise im städtischen Besitz befindlichen, ESW gehalten wurden. Immerhin hat, unseres Wissens, die Fa. Hargesheimer den Auftrag für die Security-Leistungen bei der LDG 2015 erhalten, was dafür sprechen könnte, dass bestimmten Unternehmen die Nähe zur Landauer Stadtspitze durchaus gut tut, was allerdings nur unsere persönliche, unmaßgebliche Meinung ist. Ob die Leistungen gemäß der rechtlichen Vorgaben ausgeschrieben worden waren, entzieht sich unserer Kenntnis.

Sollten Sie Interesse an unseren Unterlagen haben, stehen wir Ihnen für ein Gespräch gerne zur Verfügung.

Gruß

BI-Geothermie Landau/Südpfalz

Werner Müller                                                                                               Thomas Hauptmann

Anlage: Ausriss aus dem Gefahrenabwehrplan der geo-x GmbH aus 2009.

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