Geothermie Landau

Sollte Sand es kitten? 28.03.14

„Mit Sand schamhaft versteckte Risse am Kraftwerk sind ein Ausdruck der Hilflosigkeit und keine Maßnahme mit Nachhaltigkeit zur Beseitigung der aktuellen Probleme, wie dies auch das Bergamt auf seiner Homepage fordert.

Die schnelle Ursachensuche und die Mitarbeit des Betreibers des GKW in Landau sind eine Selbstverständlichkeit und bedürfen nicht der besonderen Erwähnung, erwähnenswert wären allerdings die bereits bekannten Tatsachen ohne „wenn“ und „aber“.“

So war esdie von uns vertretene Meinung bis zum 27.03.2014. Seit dem 28.03.2014 sieht die Welt etwas anders aus. Die Stadt, allen voran OB Hans-Dieter Schlimmer, beabsichtigt aus dem misslungenen Geothermie-Projekt endlich auszusteigen und die entsprechenden Apelle an die Landesregierung zu senden. Der Ausstieg soll vorbereitet, die dritte Bohrung nicht genehmigt werden. Wir freuen uns über diesen Sieg der Vernunft, der nach unserer Auffassung längst überfällig war. Immerhin ist es ein erstes Signal der politisch Verantwortlichen, dass das Sicherheitsbedürfnis der Bürger über den kommerziellen Interessen der Geothermie-Lobby steht, auch wenn der Auslöser die Probleme bei der Vermarktung der Grundstücke auf dem Gelände des zukünftigen Wohnparks am Ebenberg, war.

Trotzdem bleiben Fragen offen, die auf ihre Beantwortung warten. Warum erfolgt der Ausstieg aus der geothermischen Energiegewinnung erst jetzt, obwohl es auch schon in der Vergangenheit zahlreiche, nicht nur unterirdische Probleme, mit der Anlage gab? Unbeantwortet ist auch immer noch die Frage, wie lange die Verantwortlichen der Stadt und die alten Anteilseigner der geo-x GmbH als Betreibergesellschaft für das Kraftwerk, die ESW und die Pfalzwerke, über die Bodenaktivitäten bereits Bescheid wussten. Hier muss eine klare Antwort gegeben werden, hat dieser Punkt doch eine entscheidende Auswirkungen auf die Frage der Regulierung der aktuellen, aber auch der durch die Erdbeben verursachten Schäden in der Vergangenheit. Ist am Ende die Firma Daldrup, der seit drei Monaten 90% der Anteile an der Betreibergesellschaft geo-x gehören, zu den „Geschädigten“ zu rechnen? Alles Fragen, die im Interesse einer sauberen Aufarbeitung, beantwortet werden müssen.

Was fehlt ist ein klares Signal von der zuständigen Wirtschaftsministerin des Landes, Fr. Eveline Lemke, deren Presseerklärung aus der Vergangenheit doch sehr verwaschen und unkonkret war. Bei der Schadensregulierung, im übertragenen, wie auch im tatsächlichen Sinn, darf der Fokus nicht alleine auf den aktuellen Ereignissen liegen. Die durch jahrelange Schadensbegutachtungen genervten und demoralisierten Betroffenen der Auswirkungen der Erdbeben aus der Vergangenheit, dürfen nicht unter den Tisch fallen und müssen unbürokratisch entschädigt werden. Zu diesem Zweck fordern wir die Einrichtung eines Fonds, ausgestattet mit ausreichenden Mitteln, aus dem die Schäden unbürokratisch reguliert werden können.

Wir hoffen, dass die Ereignisse in Landau einen Signalcharakter haben und dieser Irrweg einer übereilten und schlecht geplanten Energiewende, nicht nur in Landau, zu den Akten gelegt wird.

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