Geothermie Landau

Sommerzeit – Daldrup – Zeit 04.08.16

Vor wenigen Wochen wurde die Nachbarschaft um das Geothermie- Kraftwerk im Landauer Süden durch weiße Dampfschwaden aufgeschreckt, die sich im Umfeld der Anlage ausbreiteten. Wollte Daldrup das marode Kraftwerk wieder in Betrieb nehmen? Keiner wusste Bescheid.

Wie bei Daldrup üblich, verbreitete der Pressesprecher des Unternehmens strahlenden Optimismus und erklärte, dass man in engem Kontakt mit der Bergbehörde stehen würde und die Inbetriebnahme des im März 2014 abgestellten GKW nur noch von einem Schreiben aus Mainz abhängig wäre, mit dessen Zustellung man in Kürze rechne. Dem widersprach das Bergamt entschieden und betonte ausdrücklich, dass die Bedingungen zur Wiederinbetriebnahme durch den Betreiber immer noch nicht erfüllt seien. Die Dampfwolken, deren Zusammensetzung völlig unbekannt ist und die durchaus auch radioaktive Bestandteile aufweisen können, hätten ihren Ursprung in einem Dichtigkeitstest für die Förderpumpe, bei dem der Primärkreislauf nicht in Betrieb genommen wurde, so übereinstimmend das Bergamt und der Betreiber.

Wie bei Daldrup guter Brauch, wurden weder die Nachbarschaft noch die Verantwortlichen der Stadt über den Test in Kenntnis gesetzt, was immerhin den Oberbürgermeister, Herrn Hirsch, erstmals zu einer verschnupften Stellungnahme veranlasste, in der er die wiederholten Ankündigungen des Unternehmens, das GKW in Kürze wieder anfahren zu wollen, als „unerfreulich“ bezeichnete. Hirsch steht quasi zwischen den Fronten, läuft doch die Vermarktung des ehemaligen Gartenschaugeländes, wie man hört, wegen der Existenz und der unklaren Zukunft des GKW nicht so rund, wie das die Stadtoberen in der Öffentlichkeit gerne verkünden, anderseits ist der OB mit dem Mitgesellschafter an der „geo-x“, der „Energie Südwest“, eng verknüpft.

Jetzt platzt die Verlängerung des Hauptbetriebsplans für den bergrechtlichen Teil des Betriebs wie eine kleine Bombe ins Sommerloch. Während sich der Stadtvorsteher Hirsch und sein Bauamtschef Kamplade im Urlaub befinden, wurde konspirativ der Hauptbetriebsplan für das Kraftwerk verlängert. Diesmal wurden auch die Medien nicht über diesen Sachverhalt informiert, das übernahm die „BI Geothermie Landau – Südpfalz e. V.“ mittels einer Mitteilung.

Das Bergamt betont in seiner auf der Homepage der Behörde eingestellten Information, dass die Verlängerung des Hauptbetriebsplans lediglich den Status Quo weiterschreibe und diese an Bedingungen geknüpft sei. Wer allerdings zwischen den Zeilen liest, dem fällt auf, dass nicht mehr die Schadensursachenerkundung im Mittelpunkt der Auflagen steht, sondern die nachgewiesene Tauglichkeit der Sanierungsmaßnahmen in den Vordergrund gerückt wurden.

Darüber lässt sich trefflich spekulieren. Betrachtet man die Verlängerung des Hauptbetriebsplans positiv, bedeutet das für Daldrup, dass er sich nicht klammheimlich, ohne Gesichtsverlust, dadurch aus der Verantwortung stehlen kann, in dem er behauptet, das „böse Bergamt“ habe ihm die Möglichkeit durch das Kassieren des Hauptbetriebsplans eine Ursachensuche durchzuführen unmöglich gemacht. Will Daldrup das GKW wieder in Betrieb nehmen, muss er liefern. Das kostet ihn Geld, das er vermutlich nicht ohne weiteres aufbringen kann. Trotz aller vollmundigen, positiven Prognosen über den Börsenkurs der Daldrup – Aktie, hat das Papier seinen bisherigen Tiefstand erst kürzlich deutlich unterschritten und kratzt jetzt an der 7,00 € Marke, auch sind alle Versuche die Altgesellschafter der geo-x für den Gewinnausfall haftbar zu machen, bisher gescheitert. Auch das Renommierprojekt Daldrups, die Inbetriebnahme des Geothermie – Kraftwerks im bayrischen Taufkirchen, ist weiterhin nicht absehbar. Ob, wie von Daldrup behauptet, tatsächlich schadhaft gelieferte Wärmetauscher der Grund dafür sind, ist nicht belegt. Augenzeugenberichten zu Folge, wurden die Teile jedenfalls kürzlich vom Baugelände abtransportiert. Zum Zwecke der Reparatur oder aus anderen Gründen ist unbekannt.

Negativ an der Verlängerung ist zu bewerten, dass dadurch nicht nur der Status Quo bezüglich des Betriebs weitergeschrieben, sondern die Unsicherheit für die Landauer Bürger bis zum Sankt Nimmerleinstag vertagt wird.

Abhilfe schaffen kann hier nur eine seit langem ausstehende politische Entscheidung, vor der sich sowohl die alte, als auch die neue Landesregierung bisher gedrückt hat.

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