Geothermie Landau

Tiefe Geothermie in der Südpfalz 6.12.2013 06.12.13

Mit dem Kopf durch die Wand

Da kann man nur mit dem Kopf schütteln. Daldrup verhandelt mit den Pfalzwerken über die Übernahme der Anteile des pfälzischen Energiekonzerns an der Betreibergesellschaft des Geothermie-Kraftwerks in Landau, der geo-x GmbH. Was treibt eigentlich einen Unternehmer dazu, dessen Metier es ist groß Löcher zu bohren und der gemäß eigener Aussage seit Jahren am Markt damit erfolgreich ist, in eine Investitions-Ruine Geld zu stecken?

Eigentlich grenzt es an unternehmerisches Harakiri in eine Unternehmung zu investieren, nur weil der Besitz eines Kraftwerks gut ins Portfolio passen würde, von der absehbar ist, dass ihr der Erfolg versagt bleiben wird und die erst nach 15 Jahren dank üppiger Subventionierung in die Gewinnzone käme, könnte der Betrieb, wie projektiert, wirklich durchgeführt werden. Darüber hinaus hat auf politischer Ebene ein Umdenken eingesetzt, so zumindest beteuerten dies der Staatsminister Alexander Schweitzer (SPD) von der Landesregierung und die beiden MdB´s Dr. Thomas Gebhart (CDU) und Thomas Hitschler (SPD) bei einer Protestveranstaltung der Bürgerinitiative Steinweiler gegen das dort geplante Geothermie-Projekt. Es sollen keine neuen Kraftwerke gegen den Willen der Bevölkerung mehr entstehen, war die Ankündigung dieser Politiker. Jetzt kündigt Daldrup vollmundig an, eine dritte Bohrung in Landau auf jeden Fall abteufen zu wollen. Der Widerstand in Landau gegen das Projekt ist groß. Die Betroffenen, an deren Häusern sich die Schäden der Erdstöße, die sich nach der Inbetriebnahme der dritten Bohrung im benachbarten Insheimer GKW noch vermehrt haben, nicht übersehen lassen, fühlen sich mit ihren Ängsten alleine gelassen. Jetzt liegt der Ball bei der Politik, die beweisen muss, wie ernst sie es mit ihrem Umdenken meint.

Den Selfmademan Daldrup stört das wenig. Dialog ist nicht die Sache dieses Mannes, der Widersacher gerne mit Strafanzeigen überzieht, um diese mundtot zu machen. Daldrups Meinung zur südpfälzischen Problematik ist seit seinem unsäglichen Interview, das voreiniger Zeit in der „Rheinpfalz“ abgedruckt war, hinreichend bekannt. Trotzdem sollte Daldrup nicht vergessen, dass auch für ihn Spielregeln gelten, an die er sich halten muss, auch wenn er der Alleinherrscher bei geo-x werden sollte.

gez. Thomas Hauptmann

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