Geothermie Landau

BI Geothermie Landau antwortet Herrn Oberbürgermeister Schlimmer 30.10.12

Von: Werner Müller

Gesendet: Montag, 20. Juni 2011 16:20
An: 'oberbuergermeister@landau.de'; 'buergermeister@.............
Betreff: Geothermie, Ihr Schreiben vom 10.Juni 2011

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Schlimmer,

vielen Dank für Ihr Schreiben vom 10.Juni 2011 in dem Sie sich auf unser Schreiben vom 23.05.11 beziehen.

Aufgrund der gebotenen Information und dem öffentlichen Interesse erlauben wir uns, Ihr Schreiben im Anhang und unsere heutige Antwort wieder an obigen Verteiler zu richten.

 

Zunächst gehen wir auf das „Gutachten“ von  Herrn Prof. Dr. Rüter ein.

Herr Dr. Rüter ist auch für den Bundesverband Geothermie e.V. ( GtV) tätig und ist seit Anfang dieses Jahres auch dessen 1.Vorsitzender.

Der GtV vertritt die Interessen der Geothermie-Branche. Somit ist das fragwürdige „Gutachten“ bereits im Ansatz wertlos.

Anerkannte Gutachten sind geprägt von der Unabhängigkeit, Offenheit und Nachvollziehbarkeit der Aussagen. Keine der vorgenannten Voraussetzungen werden bei dem „Gutachten“ erfüllt.

 

Das „Gutachten“ von Herrn Dr. Rüter  zur Verlängerung des Probebetriebes vom  Dezember 2010 konnten wir nach langer Vorbereitungszeit des LGB-RLP im März einsehen. Von den 60 Seiten waren 30 Seiten geschwärzt. Warum wohl? Offiziell werden Betriebsgeheimnisse als Grund genannt.

Auf Ihre Einschätzung, Herr Dr. Rüter sei ein allseits anerkannter Fachmann, wollen wir nicht eingehen. Fakt ist, dass die bekannten Ausführungen im Gutachten irreführend und in den wesentlichen Aussagen bereits widerlegt sind.

 

Der Fachbericht zu bisher bekannten Auswirkungen geothermischer Vorhaben vom Februar 2011,erarbeitet für den Bund/ Länder –Ausschuss Bodenforschung kommt im Kapitel 6 „ Auswirkungen tiefengeothermischer Anlagen“ zur Erkenntnis:

„ Aussagen zum seismischen Risiko werden bis zum Vorliegen fundierter Erkenntnisse der seismischen Fachwelt zurückgestellt“

und

„… bei Stimulationsmaßnahmen können induzierte seismische Ereignisse ( Erdbeben) ungewollter Stärke auftreten“

Ergänzung: Seismische Ereignisse sind in Landau auch beim Regelbetrieb aufgetreten.

 

Inhaltlich sind die von Ihnen erwähnten Ausführungen im Bebauungsplanentwurf C 25“ Konversion Landau Süd/ Landesgartenschau nachzulesen und nicht, wie Sie beschreiben, durch die komprimierte Berichterstattung der Rheinpfalz missverständlich aufzufassen.

 

Besonders dreist sind die folgenden Aussagen des Gutachtens (Begründung und Umweltbericht , Teil 1 vom Mai 2011,Seite 91)

1Erdbebenzone 1 und mögliche Schadenswirkung für den Geltungsbereich des Bebauungsplanes:

Verschwiegen wird, dass erst nach Inbetriebnahme 2008 durch die induzierte Seismik in Landau Erdbeben auftraten

( Abschlussbericht Expertenkommission, Anzahl 17 + 3) und somit ein erhöhtes Gefährdungspotenzial existiert. Die Auswirkungen von induzierten Flachbeben, sind noch nicht erforscht. Überlagerungen von natürlichen und induzierten Beben sind in dem genannten Zeitraum zumindest ab dem Jahr 2000 nicht bekannt.

Auf dem Gelände des Geltungsbereiches, insbesondere im Bereich der vorgesehenen Wohnbebauung, sind keine Informationen über Auswirkungen, wegen fehlender Meßsysteme im unbewohntem Gebiet, bekannt.  

2.  „Reaktionsschema“ verhindert fühlbare seismische Ereignisse,

Das dieses Reaktionsschema untauglich ist, konnten wir bei den Beben im Dezember 2010 in Landau, eindrucksvoll erleben.

Induzierte Seismizität ist nicht beherrschbar. Hier irrte auch die Expertenkommission. Inzwischen wird zurückgerudert.

3.  Gefährdung durch Geothermiekraftwerk nicht nennenswert erhöht

Hier werden die seismischen Ereignisse, Schadensmeldungen und die vorliegenden Gutachten über Erdbebenschäden ignoriert. Obwohl die geschädigten Gebäude den Vorgaben der DIN 4150 voll und ganz entsprechen, sind erhebliche Erdbebenschäden durch wissenschaftliche Gutachten bestätigt worden.

4.  Betreiber unterhält Überwachungs-Messnetz

Hier überwacht sich der Betreiber selbst. Die Meßsysteme sind nach Auskunft von Fachleuten alternativer Meßnetze und  Universitäten zur Erfassung und Beweissicherung von Schäden ungeeignet. Außerdem fehlt der unabhängige Funktionsnachweis.

5.  Das Kraftwerk induziert zwar seismische Ereignisse, stellt aber gleichzeitig sicher, dass diese statistisch gesehen nicht verspürt  werden und unterhalb anerkannter Schadensgrenzen bleibt.

Nicht mehr zu übertreffende Irreführung und nicht nachvollziehbare Behauptungen.

 

Die bisher bekannten Gutachten-Auszüge beschreiben auch nicht das betriebstechnische Risiko, wie beispielsweise Umwälzpumpenausfall ( kann Erdbeben auslösen) und die Risiken für die Umwelt.

 

Im Interesse der Bevölkerung und der Betroffenen fordern wir  umfassende Gutachten über Gefahren und Risiken des GKW- Landau von unabhängigen und allseits anerkannten Sachverständigen………….

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