Geothermie Landau

Erdbeben-Terror 12.02.20

In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch den 22.Januar um 2.20 Uhr Ortszeit wurden die Landauer aus dem Schlaf gerissen. Nach einem Grollen-ähnlich wie beim Abkippen von Pflastersteinen-knallte es-ähnlich einem Überschallknall-und es bebte die Erde. Gläser klirrten und Schränke vibrierten.

Die Meldungen kommen überwiegend aus Mörlheim und der Südstadt.

Die Rheinpfalz berichtet am 23.01. :unter dem Titel „ Nächtliches Mikro-Erdbeben in Landau“:

Das Bergamt schließt einen Zusammenhang mit dem Geothermiekraftwerk in Landau nicht aus, kann ihn aber auch nicht belegen.

Laut Dr. Dreher, Leiter der Abteilung Geologie beim Bergamt in Mainz, hat allein die Tiefe des Erdbebenzentrums und die Nähe zum Kraftwerk zu dieser Einschätzung geführt. Mit einer Stärke ( Magnitude) von 1,6 hat es sich um ein Microbeben gehandelt . Es lag für die meisten menschen unter der Wahrnehmungsgrenze, die laut Dreher je nach Veranlagung knapp unter zwei liegt.

Der Geschäftsführer Nikolaus Tzoulakis der Betreibergesellschaft geox GmbH des Landauer Geothermiekraftwerkes, sagte, das Beben sei so schwach gewesen, dass es vom Messnetz des Kraftwerkeszwar registriert worden sei, aber keine Aktion auslöst habe. (…) Über den Betriebsplan ist vorgeschrieben, dass der Kraftwerksbetrieb bei Erschütterungen über einem mit dem Landesamt für geologie und Bergbau abgestimmten Schwellenwert automatisch heruntergeregelt oder ganz heruntergefahren wird. Dies sei wegen der geringen Intensität nicht erfolgt. Das Kraftwerk werde sowohl bei der Wasserfördermenge als auch beim Injektionsdruck weit unter den genehmigten Grenzwerten gefahren.

Meldungen aus Landau-Mörlheim und der Südstadt belegen eine Intensität, ähnlich den Beben von August/ September 2009.

Leserbriefe in der RHEINPFALZ vom 3.02.2020 :

Michael Saling, Landau:

Ich bin irritiert über die Aussage, dass die Intensität des Ereignisses 2unter der Wahrnehmungsgrenze“ lag und so gering gewesen sei, dass das Messnetz auf dem Kraftwerksgelände es nicht registriert habe. Fakt ist: In der Haydnstraße wurde das Beben sehr wohl wahrgenommen. Es gab (..) ein Rauschen und ein lautes Geräusch. (Anmerkung: genau so wie bei den induzierten Beben bisher(…)

Claus Hund, Mörlheim:

Die Erde bebt und zittert. Wieder mal. Die Luft dröhnt und brummt. Bei Tag und Nacht. Die Stadtpolitiker tun nichts. Pardon-sie haben den Umweltnotstand ausgerufen. Populistisch.(..) Ansonsten zu diesem Umweltterror-Fehlanzeige. Die Politiker verweisen auf Gestzesverordnungen und aufs Bergrecht. Inhaltlicher Stand dieser: Wissen-und gesellschaftliches Mittelalter. Sie wissen es. Wissen und nichts tun ist Mitschuld. Menschen können es nicht wahrnehmen nach Behördenaussagen. (…)

Leserbriefe in der RHEINPFALZ vom 27.01.2020

Andreas König, Landau:

Allem Anschein nach, was bereits schon mehrfach durch den Betreiber demonstriert wurde, kann man das Geothermiekraftwerk in Landau nicht sicher betreiben. Es wurde auch schon über arsenhaltiges Kühlwasser ( Anmerkung Brunnenwasser) berichtet, was durch Leckagen in den Bohrungen in Richtung Grundwasser untergwegs ist: sehr lecker!

In meinem Leben habe ich folgendes gelernt: Wenn man etwas nicht versteht, dann hat es mit Geld zu tun! Der einzige wahre Grund, das Projekt nicht als gescheitert zu erklären und zu beenden ist mit Sicherheit finanzieller Natur. Die Betreiber sollen ihre Erfahrungen in diesem Projekt bitte unter Lebenserfahrung verbuchen und damit aufhören, die Gesundheit und das Wohlergehen der Bürger dieser Stadt aufs Spiel zu setzen, was auch gerne die Stadtspitze unterstützen darf.

Werner Proksch, Landau:

Eigentlich ist es erstaunlich, dass die RHEINPFALZ so selten über die Erdbebentätigkeit in und um Landau berichtet. Insofern entsteht der falsche Eindruck, es seien ganz vereinzelte , harmlose Ereignisse. Wer diese Thematik aufmerksam beobachtet, stellt fest, dass seit 2009 in Landau insgesamt 57 induzierte Erdbeben verzeichnet wurden. Dass diese vom Geothermiekraftwerk verursacht wurden, bezweifelt inzwischen wohl niemand mehr. Vor der Existenz des Kraftwerkes gab es in landau so gut wie keine Erdbeben. hinzu kamen die erheblichen Erdhebungen und Erdrisse in Landau, ebenfalls vom Geothermiekraftwerk verursacht und auch für die Zukunft nicht gänzlich auszuschließen.

Noch schlimmer ist es in Insheim, direkt vor den Landauer Stadtgrenzen. Das dort angeblich „störungsfrei“ arbeitende Geothermie-Kraftwerk verursachte seit 2009 insgesamt 142 Erdbeben.

Man erinnert sich noch an die Aussagen der Fachleute, nachdem bei Basel durch Geothermie Erdbeben ausgelöst wurden und es hieß, in Landau könne so etwas niemals passieren, da ein völlig anderes verfahren angewandt werde. Inzwischen muss man allerdings feststellen, dass die Betreiber der Geothermie-Kraftwerke wohl diese Erdbebenereignisse billigend und verharmlosend in Kauf nehmen.

Wie kürzlich zu lesen war, wurde des Landauer Geothermie-Kraftwerk verkauft.. Insofern hat der neue Eigentümer natürlich gewisse Rendite-Vorstellungen, so dass wohl tendenziell eine Leistungssteigerung erwünscht ist. Dies und auch die Information, dass die Firma Wintershall ebenfalls an ein Unternehmen verkauft wurde, das unrentabel gewordene Ölfelder abwickelt und sich in diesem Zusammenhang auch mit Geothermie befasst, löst beim aufmerksamen Bürger große Sorge aus. Die Kommunalpolitik ist hier dringend gefordert, die Sicherheit der Bürger sicher zu stellen, die Vorrang hat vor dem Experimentieren mit einer unausgereiften Technik(…)

Häufig wird zur Bewertung über die Auswirkungen eines Bebens auf der Erdoberfläche die Magnitude herangezogen und im Vergleich mit natürlichen Beben mit der Angabe der Magnitude heruntergespielt. So auch beim Artikel der RHEINPFALZ „ Nächtliches Micro-Erdbeben in Landau“ am 23.01.2020.

Es besteht die Gefahr, dass mehrere sog. „ Micro-Erdbeben“ ein „getriggertes“ Schadbeben hervorrufen können.

Zur Beschreibung der Stärke von Erdbeben wurden viele Skalen entwickelt. Grundsätzlich unterscheiden muß man zwischen Skalen der Magnitude und der Intensität. Während die Magnitude ein Maß für die bei einem Erdbeben freigesetzte Energie darstellt, beschreibt die Intensität die örtliche Schadenswirkung bzw. Wahrnehmung durch den Menschen. Ein Erdbeben hat nur eine Magnitude, als Maß der seismischen Energie, aber von Ort zu Ort unterschiedliche Intensitäten, die in der Regel mit zunehmender Entfernung vom Erdbebenherd abnehmen. Quelle u.a.: Bay. Landesamt für Umwelt

Flachbeben, wie die von Geothermiekraftwerken erzeugten induzierten Beben in 3.500m Tiefe, sind in ihrer Auswirkung somit wesentlich stärker in der Intensität als natürliche Erdbeben aus ca. 10.000m Tiefe.

Die Akteuere des Bergamtes, besonders Herr Dr. Dreher und Herr Zewe sind uns seit Jahren nicht in bester Erinnerung und belegen uns immer wieder, dass sie mit dem Thema Geothermiekraftwerke gänzlich überfordert sind und an den Pleiten, Pech und Pannen bei den Kraftwerken in Landau und Insheim nicht unerheblich verantwortlich sind.

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