Geothermie Landau

Lithiumgewinnung aus Tiefenwasser 31.07.20

Unser Gedächtnisprotokoll von der Sitzung vom 1. Juli 2020:

In Rahmen einer Gemeinderatssitzung berichtet Pfalzwerke geofuture GmbH Geschäftsführer Uhde vom Stand der vorgesehenen Lithiumgewinnung im Geothermiekraftwerk Insheim.

Um Fragen der Zuhörer zu unterbinden, wurde von Bürgermeister Baumstark der Rahmen einer Gemeinderatssitzung gewählt. Hier dürfen nach der Gemeindeordnung nur Fragen der Gemeinderatsmitglieder und nicht von den  Zuhörern zu einem TOP der Sitzung gestellt werden.

Geschäftsführer Pfalzwerke geofuture GmbH, Herr Uhde, erläuterte die Situation. Seine Auslassungen waren widersprüchlich und streckenweise nicht glaubwürdig: Trotz Mikrophon war Herr Uhde schlecht zu verstehen und wurde mehrmals von Gemeinderatsmitgliedern aufgefordert deutlicher und lauter zu sprechen. Man hatte das Gefühl, dass seine Aussagen von möglichst wenigen Zuhörern, inhaltlich und akustisch, verstanden werden sollten.

Den Verlauf der Sitzung haben wir nachfolgend aufgezeichnet.

Wieder wurden die Fragen der Bürgerinnen und Bürger im Rahmen einer Gemeinderatssitzung mithilfe der fragwürdigen Gemeindeordnung unterdrückt. Die Auslassungen des Herrn Uhde konnten daher nicht sofort richtig gestellt werden.

Dieses höchst undemokratische Verhalten des Bürgermeisters Baumstark wird noch

aufgearbeitet.

Geschäftsführer der Pfalzwerke geofuture GmbH, Herr Uhde:

1. Man sei über die Berichterstattung in den Medien und über Vulcan Energy verärgert. Sogar im Konzern und in der Gruppe hätte der Bericht für Unruhe gesorgt und es gab bereits erste Konsequenzen.

2. Derzeit gäbe es keine verfügbare Technik, das KIT meldete nun ein Patent an.

3. Eine große Anlage sei nicht geplant. Eine flüssige Lösung im Geothermiekraftwerk würde zur weiteren Verarbeitung abtransportiert.

4. Pfalzwerke geofuture würde den Gemeinderat zunächst informieren, falls es Veränderungen des derzeitigen Status geben wird.

5.Man rechne mit 180g pro Liter bzw. 1000 bis 1200 to jährlich, dies sei ein Beitrag zur Wertschöpfung.

6.Weiteren Geländebedarf ist nicht erforderlich. Es sei auch alles emissionsfrei

7. Vulcan Energy und ein englischer Banker sind die Investoren. Man unterzeichnete letztes Jahr eine Absichtserklärung, um dann irgendwann entscheiden zu können wie es weitergeht oder gestoppt wird.

Über den genannten Termin zur Realisierung der Probeanlage Ende 2020 sei

er ( Uhde) sehr verärgert, dies habe bereits Folgen gehabt. Erst wenn das System klar ist, werden wir die Pilotanlage installieren.

Fragen von Gemeinderatsmitgliedern ( Bürger durften keine Fragen stellen):

-Frage Gemeinderatsmitglied: Wer genehmigt?

 Antwort Uhde:Bergamt und SGD-Süd

-Frage Gemeinderratsmitglied: Der vorherige Bürgermeister Bergdoll sagte vor der Genehmigung des Kraftwerkes über die Größe: So groß wie eine Garage.Wie groß wird die geplante Anlage wirklich?

Antwort Uhde: So groß wie zwei Tische.

-Frage Herr Lutz ( Grüne): So wie es aussieht wird der Pfalzmarkt Gewächshäuser

zwischen Rohrbach und Insheim bauen, die vom GKW mit Wärme versorgt werden sollen. Uns geht es um die Sicherheit der Bürger. Nachdem die Nahwärme, die den Bürgern geschenkt werden sollte von der geofuture mit großem Aufwand propagiert wurde und dann scheiterte, ist man vorsichtiger geworden.

Antwort Uhde: Die Infastrukturkosten sind zu hoch. In Landau hat man schon seit 20 Jahren ein Nahwärmenetz. Wir haben für die Lithiumextraktions-Pilotanlage noch keinen Antrag gestellt. Erst kommt das Pilotprojekt.

-Frage Gemeinderatsmitglied: GmbH-Haftung. Warum investiert man Geld, wenn angeblich doch nichts passiert? Wenns schief geht wird die GmbH liquidiert?

Antwort Uhde: Die geofuture hat einen Ergebnisabführungsvertrag. Damit ist gewährleistet, dass die Pfalzwerke einspringen. 75% Anteil an der kommenden Trägerschaft ist vorgesehen. Wir stellen zunächst einen Forschungsantrag an das Bundeswirtschaftsministerium nach Klärung techn.Fragen. 2-3 Jahre dauert die Auslegung der Versuchsanlage.Keine chemische Verfahren, keine weiteren Flächen, max. 1000to Vorextraktion, dann Abtransport.

-Gemeinderatsmitglied Herr Metz (CDU) zu Uhde: Sie sollten nichts beschönigen. Wir

werden verarscht. Haftung der Pfalzwerke?

Antwort Uhde:Wir sind ausreichend freiwillig versichert mit einem 3-stelligen Millionenbetrag. Versicherungsschutz wurde deutlich verbessert. Muttergesellschaft wird nicht insolvent gehen können. Sie gehört überwiegend öffentlichen Anteilseignern.

-Frage (Grüne): Gibt es jetzt eine Gegendarstellung in der Öffentlichkeit?

-Antwort Uhde: Nein. Mit den regionalen Medien- gemeint ist wohl die RHEINPFALZ- sei es schwierig, die Bevölkerung zu erreichen.Und was dabei herauskommt ist auch nicht sicher.

-Ein Gemeinderatsmitglied wünscht sich bei der nächsten Sitzung einen kritischen Gesprächspartner, um auch die andere Seite zu hören.

-Bürgermeister Baumstark: Herr Schweitzer ( SPD-Fraktionsführer im Landtag und wohnhaft in Bad Bergzabern) schlägt zur „unabhängigen“ Information einen Herrn Prof. Dr. Jochen Kolb, wohnhaft in Edenkoben, vor. Dr.Kolb ist tätig beim KIT in Karlsruhe. Das wurde heute morgen abgesprochen, so Baumstark.

-Antwort Uhde: Werden nichts tun was Risiken birgt. Auf Sicht keine Pilotanlage,

die braucht noch einige Jahre. Wir haben eine befristete Zeit zu überlegen. Es gibt mehrere Bestrebungen aus dem Tiefenwasser Lithium zu extrahieren.

Fazit über Uhde-Vortrag:

Mein Name ist Hase, ich weiß von nichts ( fast nichts).

Er war trotz Mikrophon sehr leise und unsicher. Seine Ausführungen sind irreführend und widersprüchlich. Der neue Gemeinderat ist kritischer geworden und lässt sich nicht mehr so schnell irreführen.

Baumstark ist nervös, steht offensichtlich unter Druck und will offenbar keine Fehler machen, wie in der Vergangenheit. Das Kommunalwahlergebnis mit starken Verlusten für die CDU und ein schlechtes Ergebnis bei seiner Wahl zum Bürgermeister in 2019: Obwohl Baumstark keinen Gegenkandidaten hatte, erhielt er nur 55,44% der Stimmen.

Zu dem Ergebnis trug sicherlich auch unser Info-Blatt, verteilt an die Haushalte von Rohrbach und Insheim vor der Wahl bei, wie uns Bürger berichten:

https://www.geothermie-landau.de/artikel/info-blatt-insheim.html

Anmerkungen:

Die von Herrn Baumstark angekündigte Veröffentlichung über die Sitzung im Amtsblatt fand bisher nicht statt. Offensichtlich die alte, bekannte Taktik: Aussitzen, Tarnen und Täuschen.

Alexander Schweitzer schlägt einen „unabhängigen“ Sachkundigen vom KIT vor.

Herr Kolb kommt ebenfalls aus dem KIT, wie Frau Dr. Stober, siehe hierzu unsere Veröffentlichung vom 16. Juni 2020. Eine unabhängige Bewertung der Lithiumgewinnung ist mit Herrn Kolbe kaum denkbar:

Herr Uhde will wohl mit dem Hype Lithiumgewinnung von den Verlusten von ca. 10 Millionen Euro im Jahre 2018 ablenken und seine zweifelhafte Daseinsberechtigung als Geschäftsführer der Pfalzwerke geofuture GmbH festigen.

Uhde bezeichnet die Lithiumgewinnung als Wertschöpfung, obwohl er angeblich noch keine Ahnung über das Verfahren und die Kosten hat.

Unglaublich ist, dass ein Energieversorger wie die Pfalzwerke AG mit ihrer Tochter Pfalzwerke geofuture GmbH in besonders dreister Form, ihre Kunden und die gesamte Region den Gefahren und Risiken der Tiefengeothermie aussetzt.

Stichworte:

induzierte und getriggerte Erdbeben, Radioaktivität, Grundwassergefährdung, Klimabelastung durch Energievernichtung bei der Rückkühlung des Tiefenwassers, Atom und Kohle werden zur Eigenenergieversorgung genutzt. Aus fossiler Energie wird auch Ökostrom.

Dr. Ingrid Stober belegt Ihre Behauptungen nicht:

https://www.geothermie-landau.de/artikel/der-schatz-am-oberrhein.html

Das KIT wird von der Geothermie-Lobby unterstützt und beteiligt sich an deren Verbreitung von irreführender Propaganda. Wissenschaft sieht anders aus. Das KIT macht sich nachhaltig unglaubwürdig.

Weitere irreführende Aussagen von Jörg Uhde widerlegt:

https://www.geothermie-landau.de/artikel/technikforum-ii-2019.html

gez. Werner Müller

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