Geothermie Landau

Lithium aus dem Oberrheingraben 22.09.22

„Lithium aus dem Oberrheingraben“

Häufige Behauptungen, Halbwahrheiten und „Träume“ von VULCAN widerlegt:

 

ZERO CARBON LITHIUM oder CO2- freies LITHIUM aus dem Oberrheingraben

Hier fehlt der Beleg für die Aussage.

 

Nach Angaben von Dr. Weimann ( Vulcan) bei der Anhörung „ Geothermie in Landau“am 31.05.2022, sollen 10 LKWs pro Tag Thermalwasser ( besser Tiefenwasser) mit Lithium vom Kraftwerk Landau zur Weiterbearbeitung nach Frankfurt transportieren und dann das Restwasser ( wieder 10 Tanklastzüge)wieder zurück nach Landau fahren. Dr. Weimann von Vulcan: „Das entspreche  in etwa dem Anlieferverkehr eines Supermarktes“ ( Anmerkung: Zum Supermarkt fahren keine Tanklastzüge) Dort wird das Tiefenwasser verklappt bzw. wieder in den Untergrund gedrückt.

Insgesamt also 20 Tanklastzüge mit einem Gesamtgewicht von geschätzt 18 bis 40 Tonnen. Die Tanklastzüge wurden sicherlich nicht CO2-frei hergestellt. Auch die Reifen kommen von fossilen Grundstoffen. Wo bleibt die propagierte CO2—freie Lithiumproduktion?

Belege für die nicht mögliche CO2-freie Lithiumgewinnung:

In der „Ökologischen Analyse und Bewertung der Umwelteffekte effizienzsteigernder Maßnahmen von ORC-Geothermieanlagen“ vom UmweltBundesamt sind auf Seite 49 die CO2-Äquivalente bei Isopentan mit netto 19 t/GWh und brutto mit 201 t/GWh angegeben.

Das Umweltbundesamt berichtet in ihrer Emissionsbilanz 37/2019 unter Primärenergiebezogene Emissionsfaktoren der geothermischen Stromerzeugung von insgesamt 171,59 g/kWh CO2-Emissionen

Mit welchem Strom werden die Pumpen im GKW gespeist ?:

Auch mit Industriestrom aus überwiegend Kohle? Mit welchem Strom wird die Nachbearbeitung in Frankfurt durchgeführt?

Es fahren 20 Tanklastzüge pro Tag ( oder später noch mehr?), über die Eutzinger Strasse in Landau durch ein Wohngebiet. Die Erschütterungen durch die schweren Züge werden die von Erdbeben genervten Anwohner noch zusätzlich ertragen müssen.

Wie wurden die Rohre, Pumpen, Ventile Rückkühlanlage in der Geothermieanlage hergestellt?

CO2-frei? Sicherlich nicht.

Gewinnung von LITHIUM aus Thermalwasser mithilfe von Strom-und Wärme, die aus Erdwärme stammen und somit eine erneuerbare Energie sind?

Hier fehlt der Beleg für die obige Aussage.

In der Regel wird für den Eigenstrombedarf für Pumpen und Rückkühlung der preisgünstigere Industriestrom aus überwiegend Kohle- , Atom- oder Gaskraftwerken verwendet. Die Stromgestehungskosten für 1 kWh-Strom aus Geothermie belaufen sich im Mittel auf 37 ct/kWh ( Quelle: Wissenschaftlicher Endbericht der gec-co, Juni 2019)

Aus Industriestrom wird Öko-Strom.

 

Lithium gefährlich für die menschliche Gesundheit?

Reuters meldet:“ EU-Kommission prüft“

https://www.reuters.com/markets/commodities/top-producer-albemarle-risks-shutting-german-plant-if-eu-declares-lithium-hazard-2022-06-07/?taid=deepl7385bc0001a50965&utm_campaign=trueAnthem:+Trending+Content&utm_medium=trueAnthem&utm_source=twitter

Übersetzung:

Fahrzeugbatterien werden‚ von der Europäischen Union als gefährliches Material eingestuft, sagte ihr Finanzchef gegenüber Reuters. Die zentrale Rolle von Lithium in Elektrofahrzeugen macht es zu einem wichtigen Rohstoff, um die globalen Ziele zur Senkung der Kohlenstoffemissionen zu erreichen, und es wurde 2020 in die EU-Liste der kritischen Rohstoffe aufgenommen. Allerdings prüft die Europäische Kommission derzeit einen Vorschlag der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA), Lithiumcarbonat, -chlorid und -hydroxid als gefährlich für die menschliche Gesundheit einzustufen. Dies würde zu einem restriktiveren Regelungsrahmen für ihre Verwendung führen, und das zu einer Zeit,

in der die EU anstrebt, sich bis 2025 mit Batterien für Elektrofahrzeuge selbst zu versorgen. Die EU-Mitgliedsstaaten geben derzeit ihre Stellungnahmen an einen Ausschuss ab, der am 5. und 6. Juli zusammentritt, um über Chemikalien einschließlich Lithium zu beraten, deren Einstufung als gefährlich empfohlen wurde. Eine endgültige Entscheidung wird für Ende 2022 oder Anfang 2023 erwartet.

"Die Einstufung von Lithium als gefährlich würde die Herstellung, Verwendung und das Recycling von Lithiumchemikalien für Batterien in Europa zusätzlich erschweren", so eine Quelle aus der Industrie.

Welches Risiko entsteht durch den Lithium-Transport für die Anwohner des GKWs?

 

Fakten / Behauptungen der Geothermie-Lobby mit ? :

 

Eigenstrombedarf

In der Regel wird für den Eigenstrombedarf für Pumpen und Rückkühlung der preisgünstige Industriestrom aus Braunkohle- , Atom- oder Gaskraftwerken verwendet.

Aus Industriestrom wird Öko-Strom.

 

Wirkungsgrad der Stromerzeugung

Der Netto-Wirkungsgrad liegt nach einer Studie der Uni Hamburg-Harburg für das Bundeswirtschaftministerium nur zwischen 3% und 8% und ist damit mit Abstand die schlechteste Technologie zur Energieerzeugung im Vergleich auch zur Sonnen-und Windenergie.

 

Radioaktivität

Besonders im Rheingraben ist der radioaktive Anteil im Tiefenwasser besonders hoch.

Die radioaktiv kontaminierten Materialien müssen als Sondermüll entsorgt werden.

Durch den Betrieb des Kraftwerk wird das im Untergrund vorhandene Radon zusätzlich an die Oberfläche gerüttelt. Messungen in geschädigten Gebäuden in Landau zeigen erhöhte Radon-belastungen.

 

Umweltbelastungen. Klimaschonend?

Bis zu 90% der dem Tiefenwasser entzogenen Energie wird über die Rückkühlung vernichtet und an die Umwelt abgegeben. Im Umkreis von 800m droht eine Erwärmung bis zu 0,5 Grad ( Quelle RP KA)

Tiefengeothermie- Kraftwerke transportieren mittels Industriestrom Wärmeenergie an die Erdoberfläche, vernichten den größten Energieanteil und pumpen das abgekühlte Tiefenwasser wieder in den Untergrund.

Eine Energievernichtungs- Technologie, die unsere Klimaerwärmung noch zusätzlich befeuert!

 

Grundwasser-Gefährdung

Eingriff in ein einzigartiges wie unerforschtes Ökosystem.

Beim Zurückpressen des Tiefenwassers sucht sich das Tiefenwasser über Risse unkontrollierbar Wege und kann auch in die Grundwasserebene gelangen. Wenn Tiefenwasser mit Grundwasser in Berührung kommt, wird unsere existenzielle Lebensgrundlage Wasser zerstört. Auch Temperaturerhöhungen im Untergrund bringen das vorhandene Gleichgewicht außer Kontrolle. Siehe hierzu den FAZ-Artikel „ Das Drama zu unseren Füßen“ vom 30. September 2018.

 

Geschlossener Kreislauf, geschlossenes System?

Beim Hochfahren des Kraftwerkes wird Tiefenwasserdampf mit unbekannten Inhaltsstoffen in die Umwelt abgegeben. Mögliche Inhaltstoffe des Tiefenwassers u.a.: Natrium, Kalium, Quecksilber, Blei, Arsen, Methan, Radionuklide, Kohlendioxid, Cyanid, Bakterien

 

Die Landungspunkte der Förder-und Reinjektionsbohrung liegen im Untergrund in einer Tiefe von 3000m bis 6000m mit einem Abstand von ca. 1500m.

Das zurückgepresste Tiefenwasser fliesst nur zum Bruchteil wieder zur Förderbohrung. Es werden nur max. 30% der zurückgepressten  Tiefenwassermenge an der Förderbohrung gewünscht, um das Temperaturniveau des geförderten Tiefenwassers nicht zu gefährden.

Durch die neue Massenverteilung entstehen im Untergrund neue Spannungen, die zu

Erdbeben unbekannten Ausmaß führen können. Dabei können viele kleine Erdbeben zu einem großen Erdbeben führen. Für die Auswirkungen an der Erdoberfläche ist nicht die Magnitude entscheidend, sondern die Oberflächenbewegung mit den Auswirkungen an Gebäuden, die in Intensitätsklassen

eingeteilt ist und durch Beobachtungen festgelegt wird.

 

Unerschöpfliche Energiequelle aus dem Inneren der Erde?

Die Energie, die das Tiefenwasser im Untergrund erwärmt, wird in der Erdkruste zu 80% durch radioaktive Zerfallsprozesse erzeugt. Im Bereich des Geothermiekraftwerkes nimmt die Tiefenwassertemperatur im Untergrund durch den Energieentzug stetig ab. Für den Standort des Geothermiekraftwerkes ist im Untergrund in der Erdkruste demnach keine „unerschöpfliche Energiequelle“ vorhanden.

 

Grundlastfähig?

Grundlastfähig sind jene Energieerzeuger mit konstanter Kraftwerks- Leistung, unabhängig von externen Einflüssen. Für nahezu alle Geothermiekraftwerke trifft dies nicht zu: Bei Lufttemperaturen über ca. 25°C muss wegen der Rückkühlung des Transmitters die Leistung, je nach Lufttemperatur, bis auf 50% der Nennleistung reduziert werden. Somit ist Tiefengeothermie nicht unabhängig von externen Einflüssen und daher auch nicht grundlastfähig.

 

Zuverlässig und immer verfügbar?

Der von den Betreibern in der Regel angegebene Verfügungsgrad, beispielsweise in Insheim, ist unglaubwürdig und entspricht nicht unseren Beobachtungen. Wären die Geothermiekraftwerke so zuverlässig und immer verfügbar, wären konventionell mit Gas oder Öl befeuerte Redundanzkraftwerke bei der Wärmeerzeugung überflüssig..

 

Unabhängig von Tages-und Nachtzeit?

Bei Lufttemperaturen über 25°C muß die Anlagenleistung bis auf beispielsweise 50% und mehr reduziert werden

 

CO2-freie oder CO2-neutrale Geothermie-Wärme,

unabhängig von fossilen Rohstoffen?

Für den Eigenverbrauch eines GKW ( 30% bis 50% der Nennleistung) wird in der Regel Industriestrom, vorwiegend aus Kohle oder Gas, verwendet. Um die Versorgung mit Wärme zu gewährleisten und Lastspitzen abzudecken, ist zusätzlich ein -meist gasbefeuertes- Redundanzkraftwerk erforderlich Somit ist auch die Geothermiewärme nicht CO2 frei.

 

Erneuerbare Energiequelle?

Das Reservoir kühlt nach einer gewissen Betriebszeit ab. Um die ursprüngliche Temperatur wieder zu erreichen, rechnet man mit mehreren hundert Jahren.

Demnach ist die Tiefengeothermie keine „Erneuerbare Energiequelle“ wie beispielsweise die Sonnen-und Windenergie.

 

Klimaschonend?

Bis zu 90% der dem Tiefenwasser entzogenen Energie wird vor dem Zurückpressen in den Untergrund durch die Rückkühlung vernichtet. Dies belastet unser Micro-Klima und führt zur vermeidbaren Erwärmung der Athmosphäre.

 

Stimulation bzw. Fracking oder „Gesteinsbehandlung“

Um die Bevölkerung nicht zu verunsichern, lässt sich die Branche immer wieder neue Beschreibungen für Fracking einfallen.

Auf den Punkt gebracht: Tiefengeothermie ist ohne Fracking ( Aufbrechen) nicht möglich.

Quellen u.a.:  BMU, Herr Bruchmann, VDI-Konferenz Joachimsthal März 2012 und KIT Karlsruhe

 

Unauffällig und platzsparend, geringer Flächenbedarf?

Der oberirdische Flächenbedarf ist vergleichbar mit beispielsweise Gas- Kraftwerken gleicher Leistung. Der Auswirkungsbereich im Untergrund liegt aber deutlich über 25 Quadrat-Kilometer und ist ohne jegliche Kontrolle oder Einflussnahme durch den Menschen.

 

Lärm-Emissionen

Der vom Geothermiekraftwerk erzeugte Lärm, wie beispielsweise in Landau, ist trotz Lärmschutzmaßnahmen noch in 600m Entfernung störend.

Besonders der Dauerton, ähnlich einem Tinnitus, ist für die Anwohner- je nach Windrichtung- mehr als belastend. In Landau kühlen bei einer Förderung von 60 l/s nur 15 Lüfter. In seinen neuen Werken plant VULCAN eine Förderrate von 300 l/s, dabei sind 50-80 Lüfter vorgesehen.

Hinzu kommt noch die wesentlich grössere Menge von hochexplosivem Isopentan

 

Treibhausgasemissionen

Mögliche Emissionen bei der Strom- und Wärmeerzeugung aus Geothermie durch den Einsatz von fluorierten Gasen im Energiewandlungsprozess mittels ORC

(Umweltbundesamt , CLIMATE CHANGE 16/2012)

 

Störfallbetrieb

Geothermiekraftwerke unterliegen der Störfallverordnung. Im Einzelnen müssen Maßnahmen zur Produktsicherheit, zur Betriebssicherheit, zum Brand-und Explosionsschutz, zum Gewässerschutz, zur Verhinderung und Begrenzung vor Störfällen und zum Klimaschutz berücksichtigt werden.

Geothermie-Wärme-Netze: neues Monopol der Energieversorger ?

Nach Wegfall des Strommonopols wird ein neues Monopol aufgebaut.

(mit EU-Recht konform?) Geothermie-Fernwärme ist meist wesentlich teurer als beispielsweise Gas- Beheizung.

Gescheiterte Projekte. Millionen-Verluste. Versenkte Fördergelder:

Geretsried, Trebur, Mauerstetten, Landau, Insheim, Brühl, Basel, Offenbach (Queich)

Bellheim, St. Gallen, Unterhaching (Stromerzeugung), Taufkirchen( Stromerzeugung) Hannover, RWTH-Aachen (Super C)

Vendenheim (F)

https://static.duttweiler.de/geothermie/bifunae_Geothermie_kritische_Analyse.pdf

http://www.die-umwelt-akademie.de/images/stories/download/Fischer-Jech-voll.pdf

Fördermittel am Beispiel Geothermie-Unterhaching:

Fördermittel: Zuschuss aus dem ZIP-Programm (Bundesregierung), Zuschuss für Fündigkeitsversicherung (Freistaat Bayern), Investitionszuschuss zur Förderung von Demonstrationsvorhaben: 1,2 Mio. Euro (BMU), Darlehen zur Förderung von Demonstrationsvorhaben: 22,4 Mio. Euro (BMU), F&E Zuwendung für Begleitforschung (BMU): 669 Tsd. Euro, Zuschüsse aus dem KfW-Programm für Erneuerbare Energien 3,6 Mio. Euro und Zuschuss LfA Bayern 100 Tsd. Euro, Darlehen aus KfW-Programm für Erneuerbare Energien: 19,9 Mio. Euro

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